Bügerschule - Stadtteilzentrum Nordstadt e.V.
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15.1.-26.1.2018
10-12.00 Uhr
Ausstellung: Kettenmenschen - eingesperrt und angekettet
Amnesty International Hochschulgruppe Hannover

SA 20.1.2018
20:30 Uhr
Film: Die Summe meiner einzelnen Teile
!Im Kino im Sprengel!

SA 27.01.2018
20:00 Uhr
Reisebericht: Drei Traumziele in Chile


Theater Nordstadt
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Das Kollektiv des Theater Nordstadt hat über 20 Jahre der hart, mit unerhörter Wucht und vorbildlichem politisch- ästhetischem Engagement geführten Auseinandersetzungen um den richtigen dramatischen Weg hinter sich.
Es hat ihn gefunden – vor allem, was die Mindestanforderungen betrifft, die wir an ein Stück stellen: Wir müssen uns den Text merken können! Damit scheidet ein Teil der Weltliteratur aus! Daneben fanden wir, daß auch wenn wir die erbauliche Tradition sozialistischer und hochemanzipativer anti-faschistischer, -rassistischer, -sexistischer, -imperialistischer Kampf- und Erbauungslieder sehr ernst und wichtig nehmen, insgesamt doch zuviel getanzt und gesungen werde auf der Welt und verwarfen deshalb auch die moderne Richtung des Getanze- und Gesingtheaters. Statt dessen wollen wir, weil wir alle bereits in ganz jungen Jahren das Sprechen erlernt haben, dieses Vermögen nutzen und entschieden uns immer wieder für Stücke mit zu sprechenden Texten.
Kollektiv lernen mußten wir, daß der Effekt dieser Stücke entscheidend davon abhängt, wie das Ensemble mit der Lektion umgeht, daß Texte leicht ganz oder teilweise vergessen werden können. Aus Rücksicht auf Mitglieder, denen diese Lektion mit böser Regelmäßigkeit erteilt wurde, fällten wir die Grundsatzentscheidung, daß für uns taugliche Texte sich nicht reimen dürfen.
Grundsätzlich nicht, weil der Zuschauer sonst was merkt. Unsere ästhetischen Kriterien wurden mit den Jahren umfangreicher, feiner auch. Alternde und andickende Schauspieler entdeckten die starke Wirkung sich verlangsamender Bewegungsabläufe und strichen im Kopf kategorisch den Nacktauftritt aus dem Kanon des künstlerisch Zulässigen. Ferner studierten die Ensemblemitglieder die Wirkung maskenhafter Verfremdung und kamen zu dem einhelligen Ergebnis, daß dieses Mittel nur einzusetzen sei, wenn die Maskierung den Schauspieler schöner macht. Daß dieses aber nicht gilt, wenn andere Schauspieler zu maskieren sind...
Resümierend: wir sind programmatisch – selbstverständlich – ein postmodernes Theater. Virtuos handhaben wir den Formenvorrat von 1000 bis 10000 Jahren Dramengeschichte, bauen synkretistisch aus den Elementen, die wir vorfinden, ein ganz und gar innovatives Neues zusammen, frappieren unser durchweg auf eisiger Höhe kreislaufendes Publikum mit unvorhersehbaren Einfällen und fliegen überhaupt kulturell immer ein gutes Stück zu tief, um vom Radarschirm erfaßt zu werden.

Wir sind einfach toll.
Wahr und gelogen.
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